Urlaub auf dem Seimehof 4 Sterne
Bernau am Chiemsee


Der Seimehof

Der Seimehof und die Herrenalm – Geschichtliches

Der Seimehof um 1950 - Luftbild

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde unser Hof im Steuerbuch des Gerichts Wildenwart von 1537. Hier wurden die Namen der Hofbesitzer oder Grundholden aufgeführt.

1544 bringt dann zum ersten Mal das Salbuch der Herrschaft Wildenwart eine geschlossene Aufzählung der Güter von Hittenkirchen:

Wimpasing ain guet ist jez erteilt, gehört der Khirchen Prien, besitzt Bastian Mayr

Ob der Name des Besitzers durch Verkauf, Einheirat oder andere Namensgebung verändert wurde, wissen wir leider nicht genau (Beispiel: in einer anderen Ahnenaufstellung wurde z.B. ein Mayr erwähnt, der „Paur“ genannt wurde).
Laut mündlicher Überlieferung gab es in Wimpasing zwei Höfe: Seiml Hof und Leonhardner Hof (heutiger Standort und bei Weiher/Stadel). Als die Pest in Hittenkirchen grassierte, überlebte auf dem einem Hof nur eine Tochter, auf dem anderen nur ein Sohn. Die beiden heirateten und so wurden beide Höfe zu einem vereint.

Seit 1637 ist der „Seiml“-Hof nachweislich in Familienbesitz der Familie Paur (= Bauer):

Der Ortsname „Wimpasing“ ist aus Windstoß oder Windschlag abzuleiten (viel Wind).

Unsere hofeigene Alm - die Herren-Alm

Die Herren-Alm, in der Senke zwischen Reifenberg und Schwarzenberg, südlich des Stachel gelegen (800 - 900 Höhenmeter), gehört heute gemeinsam zu gleichen Teilen zum Seime-Hof (Konrad u. Sabine Bauer, Bernau/Wimpasing) und AblingerHof (Fam. Markus u. Barbara Bauer, Bernau/Abling).

Geschichte der Alm und Almrechte:

1543: als „Alm Hörndl am Tierstain“ erwähnt

1.Teilhaber 1579-85: Michl Ablinger (von Abling) dient am Albl am Tierstain 2 fl 17 kr (fl = Gulden, kr = Kreuzer)

2. Teilhaber 1581-85: Jörg Aufinger dient von der Albm am Hörndl 2 fl 17 kr und 2 kr Ehrung.

Anno 1586 hat der Gerichtsherr von Freyberg (Schlossherr von Hohenaschau) die Alm an sich gezogen. Durch die eigene Bewirtschaftung mit dem Hofbau des Gerichtsherrn erhielt die Alm dann den Namen „Herren-Alm“

1601/11: „Die Alm Khüepass, mit Haag umfangen, auch sonst mit Vermarkungen versehen, wie dieselbe bisher mit Zugehörungen genossen worden, so ist sie Christian Hitzlsperger am Hitzlsperg und Hans Ablinger zu Äbling gegen beständigen Zins auf Widerrufen gelassen. Widerrufen um 20 fl erkauft (Salbuch Frauenchiemsee).

1817 wurde die Herrenalpe gegen vollständige Auflösung der „Kniepoßalpe“ an den Ablinger und den Seimel verliehen.

1863 kam die Alm in Privatbesitz – damals „Herren- oder Schurfen-Alpe“ genannt.

Die Vorfahren der heutigen Eigentümer hatten damals mit der Herrschaft von Hohenaschau wegen des Eigentums gestritten. Man schloss einen Vergleich, wonach die beiden Prozessführer auf ihr bisheriges Forst- und Weiderecht zur Herrenalpe in den Wäldern der Herrschaft, auch auf ihren Eigentumsanspruch an der Herren- oder Schurfenalpe am Stachelbrande verzichteten. Dafür erhielten sie die Grundstücke, die die heutige Herrenalm bilden, zum gemeinschaftlichen Eigentum.

Die Almen werden seit jeher zwischen Ende Mai und Anfang Oktober genutzt. Die früher noch wesentlich stärkere Beweidung durch Milchkühe erbrachte viel Milch, die wegen der Entfernung zum Hof nicht unmittelbar zu verwerten war. Die Sennerin stellte daraus Butter, Topfen und Käse her, der dann von Zeit zu Zeit ins Tal gebracht wurde. Zur Lagerung dieser Produkte hat die Herrenalm zwei Kellerräume. Heute hält man auf den Almen meist Jungvieh mit dem Ziel, die Talbetriebe zu entlasten, es zu kräftigen und die typischen Almwiesen zu erhalten. Die Tiere sind dabei Tag und Nacht im Freien.

Bis ca. 2002 wurden unsere Jungtiere mit Hilfe von 10-15 Personen im Frühjahr zu Fuß auf die Alm und im Herbst geschmückt nach Hause getrieben. Aufgrund der zunehmenden Mechanisierung/Vereinfachung und des heutigen „Zeitmangels“ werden die Rinder mit Viehwagen gefahren.

Wandert man dann weiter zur Lindl-Alm, kommt man an einem historischen Steinbruch vorbei, aus dem das Baumaterial für Salinen-Häuser gewonnen wurde. Bei der Lindl-Alm kann man einen herrlichen Blick über den Chiemsee und den Chiemgau genießen.

Während der Weidemonate bewohnt ein Senner und/oder eine Sennerin die Alm, der/die das Vieh beaufsichtigen. Nach einer schönen Wanderung gibt es hier almtypische Brotzeiten und Getränke. Wandert man dann weiter zur Lindl-Alm, kann man einen herrlichen Blick über den Chiemsee und den Chiemgau genießen.

Senner/innen auf unserer Alm:

1953-88: Nanni
1958-88: Sophie
1989-92: Marianne
1993: Christian Dreier
1994-95: Walter
1996-97: Dieter u. Inge Vorbeck
1998-01: Konrad u. Christa Bauer sen.
2002: Markus Bauer jun. (Abling)
2003-08: Konrad u. Christa Bauer sen.
2009-11: Georg (Schorsch) u. Anna Prankl
2012: Walter u. Renate Zeleny
2013: Anna-Maria Paar (geb. Bauer)
2014: Sepp Hohenester, Traudi Jung und Wast Bauer
2015: Birgit und Klaus Hollnaicher
2016: Monika und Franz Bichler
2017: Kathrin und Uli Seckinger
2018: Franz u. Irmi Bauer
2019: Elias Graf
2020: Kathi und Hans